Bundesliga

Eine Zwischenwertung in der die Tore entschieden

Galt bei seiner Verpflichtung als gefährlicher Freistoßschütze, was sich zunehmend bestätigt: Naldo
Mit einem nüchternen 2:1-Erfolg sicherte sich das offensivfreudigste Team der Liga die Herbstmeisterschaft. Die Bayern polierten ihre Torbilanz etwas auf und Leverkusen schob sich erneut ein Stückchen vor. Der HSV hatte weder eine erneute Verletzung oder einen Platzverweis zu beklagen - ein Last-Minute-Eigentor brachte die Hanseaten diesmal zur Verzweiflung.

Naldos Freistoßkracher zum 2:1 gegen Wolfsburg machte Werder Bremen zum Herbstmeister. Im letzten Hinrundenspiel hatten die Grün-Weißen einige Probleme mit den Defensivspezialisten aus Niedersachsen (nur 16 Gegentreffer). „Wir brauchten Geduld“, bestätigte Trainer Thomas Schaaf, dass die Tabellenführung nicht mit einer Galavorstellung gefeiert werden konnte. S04-Coach Mirko Slomka sah beim 1:0-Auswärtserfolg der Knappen in Bielefeld „Ein Spiel, das nicht sehr ansehnlich war.“ Allen Unstimmigkeiten während der Hinserie zum Trotz präsentierte sich das Abschneiden seiner Elf zur Winterpause, punktgleich mit Bremen, indes schon als ansehnlich, was allemal auch für die viertplatzierten Stuttgarter gilt, deren 0:0 in Cottbus allerdings auch kein spielerisches Highlight darstellte. Der FC Bayern nutzte den Spieltag zu seinem bis hierhin höchsten Saisonerfolg (4:0), hatte in den nach dem ersten Gegentreffer rapide nachlassenden FSV Mainz allerdings einen frustierten Gegner, bei dem kaum noch etwas zusammenlief. „Das Beste ist, dass die Vorrunde jetzt vorbei ist“, klappte Jürgen Klopp das Kapitel der ersten 17 Spiele zu, in denen der Karnevalsverein so wenig Gelegenheit hatte, sich seiner sportlichen Leistung zu erfreuen.

Mit etwas Distanz zu den vier vorderen Klubs stabilisierte Hertha BSC seinen fünften Platz; Bielefeld und Dortmund fielen etwas zurück. Für BVB-Coach Bert van Marwijk war es das letzte Spiel auf der Dortmunder Trainerbank, am Montag wurde seine Entlassung verkündet. Die Schwarz-Gelben mussten einen harten Sonntagnachmittag ertragen, da Großteile der eigenen Fans sich während der 1:2-Heimniederlage gegen Leverkusen in gesanglich geäußerten Sarkasmus flüchteten. „Auch wenn ich privat ein Freund des gepflegten Galgenhumors bin, so war das heute für die Spieler bei diesem Spielstand und der Leistung nicht so schön“, fand Christoph Metzelder. Bayer war es recht, die Mannschaft von Michael Skibbe konnte mit einem Zwischenspurt (drei Siege und ein Remis aus den letzten vier Spielen) den Kontakt zu UEFA-Cup-Rang fünf herstellen. Nürnbergs 3:1-Sieg gegen Hannover hievte die Clubberer ebenfalls auf eine respektable Platzierung (Rang 7), was Trainer Hans Meyer jedoch lediglich als eine Art Polster betrachtete: „Diese drei Punkte sind sehr wichtig für uns, um in der Rückrunde nicht gleich unter Druck zu geraten.“ Der VfL Bochum führte seinen Absetzkurs aus der Abstiegsregion mit einem 2:1 gegen Mönchengladbach fort. Eine verunglückte Kopfballaktion Kahes besiegelte die Niederlage der Gäste mit einem Eigentor endgültig. Ein Eigentor in letzter Minute war genau das, was dem Hamburger SV in seinem extremen Negativlauf noch fehlte - beim Gastspiel in Aachen wurde auch dieser Patzer präsentiert. Aus einer zwischenzeitlichen 3:1-Führung wurde somit nur noch ein dürftiges 3:3-Remis. „Die Enttäuschung ist im Moment riesengroß“, konnte Thomas Doll nur sagen, wofür selbst der Gegner Verständnis hatte (Alemannia-Coach Michael Frontzeck: „Der HSV war die bessere Mannschaft, hat aber nicht den Sack zugemacht.“).

André Schulin
Begegnungen
  2:0(1:0)  
  1:0(0:0)  
  3:1(1:1)  
  0:4(0:2)  
  0:1(0:0)  
  3:3(0:1)  
  0:0(0:0)  
  2:1(1:1)  
  1:2(0:1)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
170
Tore gesamt
837
Tore pro Spiel
2,74
  •  1,46 Heim
  •  1,27 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

77 %
Über 2,5

53 %
Über 3,5

30 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

24
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
288.900

Durchschnitt
32.100
Tore pro Spieltag in der Saison 2006/2007

News zum Spieltag

Druck hat man im Fußball doch immer. Es sei denn, man ist Spieler bei Bayern München, und es ist der letzte Spieltag.

— Benjamin Uphoff / KSC