Bundesliga

Serien ohne Gesetzmäßigkeiten

Zweifellos ein Faktor des Mainzer Aufschwunges: Mohamed Zidan
Serien unterschiedlichen Formates - sowohl an Siegen, Niederlagen und Unentschieden - die die Tabelle immer wieder durcheinander wirbelten, wurden zu einem prägenden Merkmal des bisherigen Saisonverlaufs. Schalke, Nürnberg und Mainz entpuppten sich als vorläufige Gewinner nach dem Rückserienstart.

Die Ergebnisse des 22. Spieltages gaben Anlass zum Nachdenken. Bayern München, der seit Jahrzehnten unvermeidliche Titelfavorit jeder Saison, steckte bereits die siebte Niederlage ein und schrumpfte zum UEFA-Cup-Aspiranten. Werder Bremen, nach einer überzeugenden Hinrunde scheinbar mindestens auf Champions-League-Kurs, geriet nach der dritten Niederlage in Folge vollends aus dem Kielwasser der enteilten Knappen und musste sogar die Schwaben passieren lassen, die mit Offensivstärke und Torhunger die Rolle der Bremer aus der Hinrunde übernahmen. „Wir halten trotzdem an unseren Zielen fest“, drückte Werder-Coach Thomas Schaaf nach der 0:2-Heimpleite gegen den als Schlusslicht angereisten Nordrivalen aus Hamburg die Hoffnung aus, dass sein Team zu alter Stärke zurück finden möge. „Uns steht das Wasser bis zum Hals“, bekannte Bayerns Übungsleiter Ottmar Hitzfeld, der das Münchener Minimalziel CL-Qualifikation nach der 0:1-Niederlage am Aachener Tivoli bedroht sah. Stuttgarts Stabilität, der ungefährdete 4:0-Auswärtssieg in Frankfurt brachte die vierte Drei-Punkte-Ausbeute in Serie, und Schalkes Lauf führten zu einem zu diesem Saisonzeitpunkt unerwarteten Duo auf den beiden CL-Plätzen. Die Gelsenkirchener verpassten einen noch deutlicheren Vorsprung in der Tabelle nur ganz knapp, da Marcelinhos erster Treffer für den VfL Wolfsburg den 2:2-Endstand erst in der 89. Minute herstellte. Das Team mit den wenigsten Saisonniederlagen (zwei), der 1. FC Nürnberg, rückte als Fünfter der Tabelle bis auf einen Zähler an den FC Bayern heran. In der Hinrunde noch auf Punkteteilungen abonniert, präsentierten sich die Franken nach der Winterpause deutlich entschlossener: Der 1:0-Erfolg gegen Cottbus brachte den vierten Sieg aus fünf Begegnungen.

Herthas erste Niederlage auf eigenem Platz war auf die zweite Halbzeit zurückzuführen, die aus Berliner Sicht „…überhaupt nicht zufrieden stellend“ war, wie Falko Götz zurecht feststellte. Aus der Perspektive der Mainzer Gäste hingegen stellten diese zweiten Minuten, in denen sie die 1:0-Führung der Gastgeber in ein 1:2 umwandelten, einen Extratusch in der Karnevalszeit dar. Die erstaunliche Wandlung vom hoffnungslosen Tabellenschlusslicht zu einem Team der Stunde (Mainz holte in der Rückrunde, wie der Club und Schalke, 13 von 15 möglichen Punkten) hievte den FSV auf Rang 11. In etwas geringerem Ausmaß konnte sich auch Hannover bislang als Aufsteiger der Rückrunde fühlen. In jedem Fall war es eine Bestätigung der Auswärtsstärke, da der 1:0-Sieg in Leverkusen bereits der sechste Erfolg in einem fremden Stadion war. „Wir haben uns heute das Leben unnötig schwer gemacht“, bemängelte 96-Coach Dieter Hecking lediglich die Abschussschwäche der Roten. Bochum strampelte sich durch einen Auswärtsdreier (3:1 in Bielefeld) vorerst aus dem Keller, dem sich die Arminia bis auf einen Zähler annäherte. Hamburgs Überraschungscoup in Bremen verschaffte der Stevens-Elf den Fortschritt von Platz 18 auf 17; neues Schlusslicht wurden die Mönchengladbacher, die das Borussenduell in Dortmund verloren. Ein Trost für die Fohlen - in dieser Saison scheint vieles möglich, zumal der Abstand zwischen Rang 10 und 18 nicht mehr als fünf Zähler beträgt. Und Erfolgsserien legten bislang Klubs aus allen Tabellenregionen hin.

André Schulin
Begegnungen
  0:4(0:3)  
  1:0(1:0)  
  0:2(0:1)  
  2:2(0:2)  
  1:0(1:0)  
  1:2(1:0)  
  0:1(0:1)  
  1:3(1:2)  
  1:0(0:0)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
170
Tore gesamt
837
Tore pro Spiel
2,74
  •  1,46 Heim
  •  1,27 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

77 %
Über 2,5

53 %
Über 3,5

30 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

21
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
328.900

Durchschnitt
36.544
Tore pro Spieltag in der Saison 2006/2007

News zum Spieltag

Ich möchte den Verein nie verlassen. Ich möchte bis zu meinem Lebensende hier bleiben und am liebsten noch darüber hinaus.

— Alan Shearer