Bundesliga

Bruchstellen

Schoss keinen Treffer zuviel, um Hansas Erfolg zu sichern: Der dreifache Torschütze Enrico Kern
Bildete der Mittelteil der Liga noch einen halbwegs pyramidal zusammen hängenden Strang, riss der Kontakt jedoch an zwei Stellen ab: Jeweils drei Teams isolierten sich oben wie unten. Rostock und Bielefeld befreiten sich mit Heimsiegen aus größerer Not.

Nach einem Wochenende, das eine Vielzahl attraktiver Spielpaarungen auf dem Index hatte, taten sich markante Bruchstellen in der Liga auf. Oben etablierte sich ein abgesetztes Trio: Der FC Bayern, mit den beiden hanseatischen Verfolgern Bremen und Hamburg im Genick. Die Münchener wurden von den Nordklubs gestellt, nachdem sie in Stuttgart ihre erste Saisonniederlage einsteckten (1:3). „Meine Mannschaft war mental nicht präsent. Insgesamt ist Stuttgart ein klar verdienter Sieger“, räumte Ottmar Hitzfeld ein. Bereits in der ersten Halbzeit entschied der gefestigt wirkende VfB die Partie zu seinen Gunsten. Werder Bremen eroberte den zweiten Platz – mit nur noch einem Zähler Rückstand zum FCB - von den punktgleichen Hamburgern zurück. Grundlage dazu war der glatte 4:0-Erfolg über Aufsteiger Karlsruher SC, den Bremens Spielmacher Diego (Werder-Coach Thomas Schaaf: „Was er bisher in dieser Saison spielt, ist sensationell“) mit zwei Treffern auf den Weg brachte. Der HSV, mit den Ex-Schalkern Frank Rost und Trainer Huub Stevens, kämpfte bei den Knappen um die Festigung seiner hervorragenden Tabellensituation. Kampf (acht Gelbe Karten; S04-Coach Mirko Slomka: „In dem Spiel gab es gefühlte 50 Freistöße …“) war tatsächlich das bestimmende Element der Begegnung, die ohne Sieger blieb (1:1).

Von Rang vier (KSC) bis runter zum von Frankfurt gehaltenen zehnten Platz positionierten sich Mannschaften, die als vorderes Mittelfeld, mit Kontakt zu den Uefa-Cup-Rängen, gelten. Die Frankfurter Eintracht hatte nach der vor eineinhalb Wochen erlittenen DFB-Pokalniederlage bei Borussia Dortmund erneut einen Termin bei den Schwarz-Gelben und kehrte diesmal nicht mit leeren Händen heim. Das 1:1 zeigte auf, dass die Eintracht in jedem Fall zwischen den Pfosten stark besetzt ist: Rettete in der Vorwoche noch Nikolov den Punkterfolg in München, war gegen Dortmund der zurückgekehrte Stammkeeper Markus Pröll ein Schlüsselspieler des Punktgewinnes. Leverkusen erfreute sich nach wochenlanger Abstinenz durch den 2:1-Sieg beim VfL Wolfsburg der Rückkehr auf einen internationalen Startplatz (Rang 5). Dass Bayer zurecht dort oben steht, drückte indirekt VfL-Trainer Felix Magath aus: „Wir sind im Moment nicht in der Lage, die besten Mannschaften der Liga zu schlagen, wenn sie gut drauf sind.“ Von großer Fußballkunst war in Berlin beim Spiel gegen Hannover ebenso wenig zu sehen wie vom Ball - der Wintereinbruch hatte das Spielfeld weiß eingefärbt und erschwerte die Standfestigkeit der Akteure auf dem rutschigen Boden, sowie den Zuschauern das Erkennen des hellen Spielgeräts. Schwere Arbeit hatte auch das Schiedsrichterteam, das Limas Treffer aus der 87. zum 1:0-Sieg der Berliner anerkannte, obwohl der Brasilianer knapp im Abseits war. Fehler passieren - was Hans Meyer seiner Elf attestierte: „Wir sind in einer Phase, in der wir individuell und als Mannschaft nicht in der Lage sind, ohne Fehler über die Runden zu kommen.“ In der Begegnung zweier zuletzt arg gerupfter Mannschaften hatte Bielefeld den Club mit 3:1 bezwungen. Diese Formkrise führte dazu, dass Nürnberg (9 Zähler) unerwartet zu den drei Klubs zählt, denen der Kontakt zum Feld verloren ging. Duisburgs (9 Zähler) Abschlussschwäche führte zu einer bitteren 0:2-Heimniederlage gegen Bochum; Cottbus (8 Zähler) verpasste eine mögliche Punkteteilung in Rostock. Die Hansa-Kicker durften sich bei Enrico Kern bedanken, dessen drei Treffer den knappen Sieg besiegelten und Hansa zu einem beruhigendem Polster verhalfen.

André Schulin
Begegnungen
  0:2(0:1)  
  3:1(3:0)  
  1:1(1:1)  
  4:0(2:0)  
  1:1(0:0)  
  1:0(0:0)  
  3:2(1:0)  
  3:1(0:1)  
  1:2(0:1)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
167
Tore gesamt
860
Tore pro Spiel
2,81
  •  1,67 Heim
  •  1,14 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

76 %
Über 2,5

54 %
Über 3,5

31 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

27
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
348.800

Durchschnitt
38.756
Tore pro Spieltag in der Saison 2007/2008

News zum Spieltag

Wenn er das Tor getroffen hätte, wäre der Ball drin gewesen, aber er hat vorbei geschossen.

— Otto Rehhagel