HSV und Hertha an Bayern vorbei

Haute einen Sonntagsschuss raus: Hannovers Sergio Pinto
Die einstmaligen Champions-League-Kandidaten Schalke und Werder strauchelten beim Rückrundenstart, derweil Tabellenführer Hoffenheim in seiner neuen Spielstätte einen erfolgreichen Einstand feierte. Der Hamburger SV und die Berliner Hertha gaben weitere Beispiele ihrer Konkurrenzfähigkeit in der Spitzengruppe; Schlusslicht Mönchengladbach scheiterte nur im Abschluss.

Auch in seiner zweiten Saisonauflage zog der Nord-Süd-Gipfel zwischen dem Hamburger SV und dem FC Bayern die Zuschauer in den Bann. Die Intensität der Begegnung half bequem darüber hinweg, dass beiderseits - nach der Pause vermehrt seitens der Bayern - das Auslassen guter Tormöglichkeiten zu einer variantenreich dargebotenen Disziplin avancierte. „Das war das Highlight meiner Hamburger Zeit“, erfreute sich Martin Jol des 1:0-Sieges, der seiner Elf zur Rückserie einen maßgeschneiderten Einstand inklusive intakter Titelhoffnungen bescherte, derweil Jürgen Klinsmann den Faktor „Trotzreaktion“ bemühte („Wir müssen uns eben die Punkte nächste Woche holen“). Tabellenführer Hoffenheim verschaffte die Niederlage des FCB mehr Luft an der Spitze. Die Punktspielpremiere in der „neuen Heimat“ (Rhein-Neckar-Arena) fiel dank eines 2:0-Arbeitssieges über Energie Cottbus erfolgreich aus. Hertha BSC benötigte ausgangs der Partie gegen Frankfurt ein wenig Glück, sicherte sich jedoch mit dem 2:1-Sieg über die Hessen eine neue Bestmarke in der laufenden Saison - den Sprung auf Platz 2. „Die Berliner waren heute Meister der Effektivität“, meinte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel - was nicht ganz korrekt war, da sich die Hertha einen Elfmeter-Fehlversuch leistete. Der Doppelpack Pantelics (17., 50.) übertünchte jedoch Ciceros Scheitern. Kein Gewinner entsprang dem Kräftemessen des BVB mit Bayer Leverkusen (1:1). Dementsprechend hielten beide Teams ihre Platzierungen an der Nahtstelle zu den internationalen Startplätzen.

Der einzige Auswärtserfolg des Spieltages lieferte zugleich ein Novum: Erstmals in der Bundesligahistorie konnte Arminia Bielefeld das Weserstadion als Sieger verlassen. Thomas Schaafs Feststellung nach der 1:2-Niederlage „Wir waren einfach nicht gut genug“, beschrieb erschöpfend den Sachverhalt über die 90 Minuten, dessen Ausgang die Fortsetzung der Bremer Präsenz auf internationaler Ebene auf wackelige Füße stellte. Hinsichtlich der Saisonziele war dem FC Schalke, der in Hannover jedoch spielerisch nicht enttäuschte, Ähnliches zu attestieren. Nicht zu Unrecht lobte Schalke-Trainer Fred Rutten das Auftreten seiner Mannschaft, um dann angesichts des Versagens im Abschluss die unwiderlegbare Erkenntnis an den Mann zu bringen: „Wenn man allerdings kein Tor schießt, ist es unmöglich zu gewinnen.“ Eine starke Comeback-Leistung von 96-Keeper Enke sowie ein Sonntagsschuss Pintos machten Hannover im Wesentlichen zum glücklichen 1:0-Sieger. Den Niedersachsen gelang somit ein wichtiger Schritt in Richtung gesicherten Mittelfelds. Kölns 1:1 gegen die auswärts immer noch sieglosen Wolfsburger stabilisierte die Zielsetzungen der Domstädter, deren erklärtes Ziel im Aufstiegsjahr der Klassenerhalt ist. Nach 13 sieglosen Spielen glückte dem VfL Bochum mit dem 2:0-Heimerfolg über den Karlsruher SC ein optimaler Rückrundenstart, nebst dem Sprung aus den Abstiegsrängen (von 17 auf 15). Fuchs und der erst in der Winterpause gekommene Klimowicz trafen beim etwas schmeichelhaften Sieg der Westdeutschen. Weniger Fortune stand der Gladbacher Borussia beim Gastspiel in Stuttgart zur Seite. Lange Zeit wusste die Elf Hans Meyers besser zu gefallen als die Gastgeber. Marica (67.) und Gomez (86.) taten jedoch das, was als Gladbachs Haupt-Versäumnis auszumachen war: Sie trafen ins Schwarze.

André Schulin

Bundesliga - 18. Spieltag

Freitag, 30.01.2009
1:044'
Volksparkstadion (Hamburg) · Zuschauer: 57000 · Schiedsrichter: Knut Kircher
Samstag, 31.01.2009
AWD-Arena (Hannover) · Zuschauer: 45700 · Schiedsrichter: Dr. Felix Brych
1:034'
1:173'
RheinEnergieStadion (Köln) · Zuschauer: 49000 · Schiedsrichter: Peter Gagelmann
1:036'
Signal Iduna Park (Dortmund) · Zuschauer: 73700 · Schiedsrichter: Florian Meyer
1:017'
2:050'
2:153'
Olympiastadion (Berlin) · Zuschauer: 39800 · Schiedsrichter: Fynn Kohn
1:028'
2:064'
WIRSOL Rhein-Neckar-Arena (Sinsheim) · Zuschauer: 32000 · Schiedsrichter: Manuel Gräfe
2:086'
Mercedes-Benz-Arena (Stuttgart) · Zuschauer: 41300 · Schiedsrichter: Wolfgang Stark
Sonntag, 01.02.2009
1:026'
Vonovia Ruhrstadion (Bochum) · Zuschauer: 20100 · Schiedsrichter: Peter Sippel
0:124'
Weserstadion (Bremen) · Zuschauer: 38500 · Schiedsrichter: Babak Rafati
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Natürlich haben die beiden nicht mehr gezeigt als zu sehen war.

— Erich Ribbeck