Bundesliga

Hertha am Boden

Bestätigte seinen Ruf als Elfmeterkiller: Tim Wiese
Weiterhin ungeschlagen, aber nicht mehr ganz so einsam: Hamburg und Leverkusen gerieten in Schlagdistanz der Verfolger aus Schalke und Bremen. Dagegen wurde am Tabellenende die Hertha separiert. In Frankfurt wurde nach vier Fehlversuchen der erste Dreier eingefahren.

Friedhelm Funkel zog eine sorgenvolle Miene. Und die Worte entsprachen seinem Gesichtsausdruck: „Momentan sieht es so aus, als wenn die Qualität nicht ausreicht“. Nicht nur das katastrophale Abschneiden des Tabellenletzten (3 Punkte) im bisherigen Saisonverlauf gab dem neuen Berliner Coach zu denken, vielmehr war es die leblose Leistung beim Gastspiel in Nürnberg, die wenig Raum für Optimismus ließ. Einen nur unwesentlich besseren Eindruck vermittelte der auf Rang 16 zurückgefallene VfL Bochum, der in Dortmund den Punktlieferanten für die klar überlegenen Schwarz-Gelben abgab. Fünf Niederlagen in Folge stellten auch die Bundesligatauglichkeit von Borussia Mönchengladbach zur Disposition. Die 1:2-Niederlage der „Fohlen“ in Wolfsburg zeigte allerdings auf, dass Michael Frontzecks Elf durchaus spielerische Mittel besitzt, sich aus der Bredouille zu befreien. Ein kleiner Befreiungsschlag glückte dem 1. FC Köln. Die Frage „Wolle mer se reinlasse?“ wurde im Spiel gegen den Mainzer Frohsinnskonkurrenten nur einmal bejaht, und zwar von den Gästen, die der schönen Kombination von Podolski, Ehret und Novakovic den krönenden Abschluss nicht verwehrten. Der FC feierte den Sprung auf Rang 14 als bislang beste Saisonplatzierung.

Punktmäßig auf gleicher Augenhöhe begegnete man dort dem nach der dritten Heimpleite deprimierten VfB Stuttgart (Platz 13, 8 Zähler). „Wir sind froh über den glücklichen Sieg, wir waren wieder sehr effektiv“, bilanzierte Felix Magath den 2:1-Erfolg seiner Schalker bei den Schwaben. Gleichermaßen glücklich waren vor allem die Frankfurter, dass sie, in einem ausgeglichenen Spiel gegen Hannover, erstmals vor eigenem Publikum drei Punkte einfuhren. Dem Freiburger Publikum blieb - gegen den FC Bayern fast schon traditionell - ein Happyend verwehrt. Die blassen Breisgauer konnten der Van Gaal-Elf, bei der Luca Toni sein Saisondebüt gab, nicht Paroli bieten und unterlagen 1:2. Torlos und weitestgehend von kämpferisch-taktischen Aspekten dominiert endete in Hamburg das Spitzenspiel der Rothosen gegen Leverkusen. „Uns hat die letzte Durchschlagskraft gefehlt“ (Bruno Labbadia) und „Ich hätte mir gewünscht, dass wir mutiger nach vorne spielen“ (Jupp Heynckes) räumten die Übungsleiter ein, dass die Erwartungen an die Topbegegnung verpasst wurden. Auch zwischen Bremen und Hoffenheim entbrannte kein Feuerwerk, das vergleichbar mit der vorigen Saison wäre. Immerhin konnte im Weserstadion aber ein Sieger gekürt werden, und das trug zur Öffnung der Situation an der Tabellenspitze bei. Das Remis zwischen HSV und Bayer hatte nicht nur die erstaunlich konstanten Schalker in Reichweite des ersten Ranges gebracht, sondern auch die mit 2:0 erfolgreichen Bremer.

André Schulin
Begegnungen
  1:2(0:1)  
  2:0(2:0)  
  1:0(1:0)  
  2:1(1:0)  
  1:2(0:1)  
  3:0(2:0)  
  0:0(0:0)  
  2:1(1:0)  
  2:0(1:0)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
170
Tore gesamt
866
Tore pro Spiel
2,83
  •  1,51 Heim
  •  1,32 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

76 %
Über 2,5

55 %
Über 3,5

32 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

20
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
387.200

Durchschnitt
43.022
Tore pro Spieltag in der Saison 2009/2010

News zum Spieltag

Wenn schon das Spiel nicht so interessant war, soll wenigstens die Pressekonferenz interessant sein.

— Ewald Lienen zu Wortspielen mit seinem Trainerkollegen Wolfgang Wolf