Bundesliga

Irre Wendungen, viele Tore

Die Gladbacher Dante, Herrmann und Arango (v.l.) feierten einen außergewöhnlichen Erfolg (Foto: Imago)
Ein wunderbarer Spieltag, speziell für Anhänger der Chaostheorie. 39 Tore wurden gegeben, und das in einer Verteilung, die schwerlich prognostiziert werden konnte.

26 Mal in Folge hatte Mönchengladbach gegen Leverkusen nicht gewonnen - nun glückte ein 6:3-Erdrutscherfolg in der BayArena, zu dem der abgezockte Youngster Patrick Herrmann entscheidende Starthilfe leistete. Der FC Bayern bekam beim Aufsteiger Kaiserslautern, dem gemeinsam mit Hoffenheim das Klassement anführenden Spitzenreiter, einen Eindruck davon, was einst Paul Breitner & Co beim Gang auf den Betzenberg empfanden. Ein Doppelschlag in der ersten Halbzeit verlieh den Pfälzern ausreichend Moral, dem haushohen Saisonfavoriten Paroli zu bieten. Hannover 96, ein Krisenklub der vergangenen Spielzeit, gab ausgerechnet den in dieser Frühphase der Saison noch wackeligen Schalkern ein Beispiel an Stabilität und Effizienz vor. "Ich bin zuversichtlich, dass sich alle unsere Probleme lösen lassen", musste S04-Coach Felix Magath nach dem Fehlstart in die Saison beruhigen. Und dann war da noch der 4:3-Auswärtssieg der Mainzer beim VfL Wolfsburg, der in VfL-Coach Steve McClaren Assoziationen an den Horror-Klassiker „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ erweckte. „Ich habe noch nie zuvor einen so dramatischen Qualitätsverlust gesehen“, schimpfte er über seine janusköpfige Mannschaft, die nach einer 3:0-Führung das Spiel aus den Händen verlor. Halbwegs überraschend, nach überlegen geführten ersten 45 Minuten, geriet auch der 1. FC Nürnberg gegen Freiburg aus dem Takt und unterlag 1:2. SC-Coach Robin Dutt war auch nur mit dem Resultat zufrieden: „Wir hatten viel zu wenig Ballbesitz, das kann nicht unser Anspruch von Fußball sein.“

Angesichts dieser Überraschungen kam der 4:2-Erfolg der notorischen „Dramatiker“ aus Bremen gegen Köln fast als Normalität daher, hätte nicht Werder-Neuverpflichtung Marko Arnautovic seinem Ruf als Riesentalent mit einem starken Auftritt Nachdruck verliehen. Ruud van Nistelrooy bestätigte mit einem Treffer seine Goalgetter-Qualitäten beim Hamburger 3:1-Auswärtserfolg in Frankfurt. An anderer Stelle tat es ihm sein Dortmunder Mittelstürmer-Pendant, Lucas Barrios, gleich, der einen Treffer zum 3:1-Sieg des BVB beim VfB Stuttgart beisteuerte. Die Schwaben zählten durch die neuerliche Niederlage zu jenen fünf Klubs, die noch ohne Punkt blieben (mit Wolfsburg, Schalke, Frankfurt, Köln). Aufsteiger St. Pauli lieferte 1899 Hoffenheim ein Duell auf Augenhöhe, fing sich jedoch kurz vor Schluss durch Isaac Vorsah den entscheidenden Gegentreffer in einer Partie, in der sich Ralf Rangnick („Eigentlich war es ein Unentschieden-Spiel“) schon auf eine Punkteteilung eingestellt hatte.

André Schulin
Begegnungen
  2:0(2:0)  
  1:2(0:1)  
  4:2(2:1)  
  3:4(3:1)  
  1:3(1:0)  
  1:2(1:1)  
  0:1(0:0)  
  3:6(1:3)  
  1:3(0:3)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
170
Tore gesamt
894
Tore pro Spiel
2,92
  •  1,65 Heim
  •  1,27 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

79 %
Über 2,5

57 %
Über 3,5

33 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

39
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
355.000

Durchschnitt
39.444
Tore pro Spieltag in der Saison 2010/2011

News zum Spieltag

Wir haben früher auch mit elf Deutschen einen schönen Scheißdreck gespielt.

— Kaiserslauterns Vorstandschef Jürgen Friedrich auf die Frage, ob durch die vielen Ausländer im FCK-Team die typischen Betzenberg-Tugenden verloren gegangen sind