Bundesliga

"Die Welt bricht nicht zusammen"

Personifizierte Leverkusens Erfolg in Wolfsburg: Der zweifache Torschütze Simon Rolfes
In einem hitzigen Auswärtsspiel in Köln hatte Dortmund seinen Teil zur Stabübergabe an der Tabellenspitze vorgelegt; Hamburgs Auswärtssieg in Mainz machte den Wechsel perfekt. Wolfsburg verbeutelte erneut einen klaren Vorsprung, Frankfurt gewann das Südwest-Derby und St. Pauli sein erstes Heimspiel.

In Israel wurden am Wochenende die gleichen Lottozahlen gezogen, wie in einer Ziehung des Vormonats. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Vorgangs wurde mit 1 zu 4 Billionen angegeben, und manch einer fragte sich, ob da alles mit rechten Dingen zuging. Die Wahrscheinlichkeit, dass der FSV Mainz im Spiel gegen den Hamburger SV einen neuen Bundesliga-Startrekord von acht Siegen aufstellen würde, sollte ein wenig höher gelegen haben - doch die Hamburger spielten da nicht mit. In vorletzter Minute brachten sie die 05er sogar noch um eine Punkteteilung. Coach Thomas Tuchel bedauerte den ersten Rückschlag der Saison, blickte jedoch gleich nach vorn: „Die Welt bricht für uns nicht zusammen“. Wolfsburgs Übungsleiter Steve McClaren hatte schon eher mit seinem Weltbild zu kämpfen: „Das ist Fußball. Der ist manchmal nicht zu erklären“. Seinen „Wölfen“ war im Heimspiel gegen Leverkusen eine 2:0-Führung aus den Händen geglitten - ein Deja-vu, nachdem am 2. Spieltag sogar ein 3:0-Vorsprung gegen Mainz noch nicht einmal zu einem Punktgewinn gereicht hatte. Leverkusen feierte indes den Sprung auf Tabellenrang drei, sowie Matchwinner Simon Rolfes, mit dessen Einwechslung die Wende einsetzte.

Wendezeit auch an der Tabellenspitze. „Lieber eine Nacht Erster als nie“, hatte BVB-Coach Jürgen Klopp seine Freude über die Tabellenführung nach dem 2:1-Auswärtserfolg in Köln am Freitagabend ausgedrückt. Aufgrund der Mainzer Heimniederlage am Samstag blieben die Dortmunder vorn. Aufwärts ging es zudem mit Hoffenheim (3:2 gegen die durch zwei Platzverweise dezimierten Gladbacher), Frankfurt (ein 3:0-Auswärtssieg am Betzenberg) und St. Pauli. "Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir jetzt keine Fragen mehr nach einem Heimsieg beantworten müssen“, erklärte Holger Stanislawski, was den Paulianern offensichtlich am Herzen lag. Das 3:2 am Millerntor gegen den Club schob die Hanseaten direkt hinter den Lokalrivalen HSV auf den 6. Rang.

Mario Gomez´ Dreierpack verhalf den personell gebeutelten Münchnern zu einem klaren Erfolg über Hannover, derweil Bremen sich eher mühsam vorarbeitete. "Das Ergebnis ist gut. Das Spiel war nicht so gut“, gab sich Thomas Schaaf wenig angetan vom nüchternen 2:1-Sieg gegen Freiburg. Immerhin konnten sich Bayern und Bremer um jeweils drei Punkte aufwärts bewegen, was weder Schalke noch Stuttgart gelang. Die nicht uninteressanten 90 Minuten dieses Vergleichs mündeten in eine 2:2-Punkteteilung, die beiden wenig weiterhalf. Das räumte auch Felix Magath ein. Den Umbau von Mannschaft und Spielweise in Hinsicht auf künftige Titelchancen verteidigte er jedoch ausdrücklich: „Wir werden mit dieser Mannschaft, die mehr Potenzial hat, als die in der letzten Saison, sicher ruhiger schlafen können.“

André Schulin
Begegnungen
  1:2(0:1)  
  3:0(1:0)  
  2:2(1:1)  
  2:1(1:0)  
  0:1(0:0)  
  3:2(1:0)  
  2:3(1:0)  
  0:3(0:1)  
  3:2(0:1)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
170
Tore gesamt
894
Tore pro Spiel
2,92
  •  1,65 Heim
  •  1,27 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

79 %
Über 2,5

57 %
Über 3,5

33 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

32
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
369.800

Durchschnitt
41.089
Tore pro Spieltag in der Saison 2010/2011

Spanien wäre ein schönes Land, wenn nicht soviele Spanier dort leben würden.

— Max Merkel als Trainer in Spanien. Er wurde daraufhin trotz Tabellenführung entlassen.