Bundesliga

Zeit für eine Weißbierdusche

Stemmte die Schale als erster Bayern-Akteur zum 23. Titelgewinn in die Höhe: Kapitän Philipp Lahm
Der FC Bayern feierte nun offiziell seine 23. Meisterschaft; seine 0:3 unterlegenen Augsburger Gäste konnten sich immerhin noch an den Patzern der TSG 1899 und der Fortuna erfreuen. Werder entzog sich dem Abstiegskampf in Gänze. Königsblau erwischte einen grauen Tag.

Jupp Heynckes konnte die Meisterfeier nach dem 3:0-Sieg der Bayern genießen und nonchalant über die „Schmach“ hinwegsehen, dass ihm die Antrittsschnelligkeit fehlte, einigen Litern daher geschütteten Weißbieres geschmeidig auszuweichen: „Normalerweise muss man flinke Beine haben, die habe ich nicht mehr, deshalb habe ich lieber die Bierdusche hingenommen als mir einen Muskelfaserriss zu holen.“ Die schon zuvor auf den nachfolgenden CL-Rängen sicher platzierten Dortmunder (3:3 in Wolfsburg) und Leverkusener (3:1 gegen Hannover) überstanden den Spieltag ebenfalls ohne Muskelfaserriss, aber auch ohne Weißbierdusche. Äußerst angespannt blieb die Konkurrenz um die Ränge vier bis sechs. Schalkes unerwartete 1:2-Niederlage gegen den VfB fuhr den Stimmungspegel der „Königsblauen“, die kurz zuvor die Vertragsverlängerung Jens Kellers bekannt gaben, empfindlich herunter. Frankfurts Punktgewinn in Bremen, und mehr noch Freiburgs Dreier in Fürth, brachten Schalkes vierten Rang in Gefahr. „Wenn es um derart viel geht, darf eine Schalker Elf nicht so auftreten“, schimpfte S04-Boss Clemens Tönnies. In Freiburg erwartet Schalke nun ein echtes Endspiel. Dem HSV und Gladbach blieben noch Restchancen auf einen Europa League-Platz.

Am vorletzten Spieltag war es lediglich Werder Bremens nunmehr gesicherter Klassenerhalt, der die Liste der noch offen stehenden Fragen verkürzte. Ein in der zweiten Halbzeit erzittertes 1:1-Unentschieden gegen Frankfurt brachte die Erlösung für die „Grünweißen“, da die drei anderen gefährdeten Teams komplett leer ausgingen - und ihre künftige Klassenzugehörigkeit auf den finalen Spieltag, respektive die Relegation, verschoben sahen. Dass sich die Augsburger im Gastspiel beim Rekordmeister Bayern München nicht allzu viel ausrechnen durften, konnte angenommen werden. Somit haderte FCA-Coach Markus Weinzierl auch nur kurz mit der 0:3-Niederlage und rückte dann die durch eine starke Rückrunde erworbene Chance in den Vordergrund: „Wir haben jetzt die Situation, die wir uns im Winter erhofft hatten.“ Diese Situation besagt, dass der FCA mindestens Relegationsplatz 16 aus eigener Kraft halten könnte. Die Heimniederlagen Düsseldorfs (1:2 gegen Nürnberg) und Hoffenheims (1:4 gegen Hamburg) begünstigten Augsburg. Fortunas Vorstandsmitglied Wolf Werner analysierte die verpasste Chance seines Teams treffend: „Wir hatten von Anfang an keinen Zugriff auf dieses Spiel und kamen nicht in die Zweikämpfe. Dann haben wir glücklich das 1:0 gemacht und waren nur darauf aus, dieses Ergebnis über die Zeit zu bringen. Das wurde dann im zweiten Durchgang zurecht bestraft.“ Hoffenheim scheiterte ebenfalls daran, sein Heimspiel gegen den HSV in den Griff zu bekommen. Neben den unverändert zwei Punkten Rückstand auf Augsburg und Düsseldorf weist das Restprogramm der drei „Kellerkinder“ den Kraichgauern (in Dortmund) die mutmaßlich schwerste Aufgabe zu.

André Schulin
Begegnungen
  3:0(0:0)  
  1:2(0:1)  
  3:1(2:0)  
  3:3(3:1)  
  1:1(1:0)  
  1:4(0:2)  
  2:4(1:1)  
  1:2(1:0)  
  1:2(1:0)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
173
Tore gesamt
898
Tore pro Spiel
2,93
  •  1,59 Heim
  •  1,34 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

82 %
Über 2,5

56 %
Über 3,5

33 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

35
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
369.100

Durchschnitt
41.011
Tore pro Spieltag in der Saison 2012/2013

News zum Spieltag

Den größten Fehler, den wir jetzt machen könnten, wäre, die Schuld beim Trainer zu suchen.

— Karl-Heinz Körbel als Trainer von Eintracht Frankfurt