Kräfteverhältnisse klargestellt

Steuerte beim klaren 4:1 in Marseille zwei Treffer bei: Juninho
Wie in der Bundesliga, so spielte auch in Frankreich an diesem Spieltag der Tabellenführer gegen den Tabellenzweiten. Nur die Vorzeichen waren etwas anders. Hatte Lyon schon vor der Partie fünf Punkte Vorsprung, so waren es nach dem klaren 4:1-Erfolg in Marseille deren acht. St. Etienne und Toulouse erweiterten nach Siegen die Spitzengruppe, während Monacos anhaltende Talfahrt sein erstes Opfer forderte: Trainer Laszlo Bölöni.

Viele in Frankreich hatten wohl gehofft, dass Olympique Marseille dem Abo-Meister ein Bein stellen könnte, aber Olympique Lyon untermauerte eindrucksvoll seine Ausnahmestellung in Frankreich und siegte verdient mit 4:1. Langeweile an der Tabellenspitze schien nun einzuziehen, da selbst das zweitbeste Team der französischen Liga über 90 Minuten nicht mithalten konnte. Juninho zirkelte einen seiner gefährlichen Freistöße in der 20. Minute zur 1:0-Halbzeitführung in die Maschen. Kurz nach Wiederbeginn sorgte Karim Benzema (48.) bereits für die Vorentscheidung, die Taye Taiwo nach einem fiesen Tritt in den Rücken (56., Rote Karte) untermauerte. Auch wenn Habib Bamogo (70.) noch einmal verkürzen konnte ließen Juninho (78.) und Kim Källström (87.) keine Hektik mehr aufkommen. Nach zehn Spieltagen thronte Lyon nun einsam und verlassen mit acht Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze der Ligue 1.

Ein frühes Eigentor von Grégory Cerdan (4.) brachte Le Mans UC 72 beim AS St. Etienne frühzeitig aufs Abstellgleis. In einer an Höhepunkten eher armen Begegnung machte Frédéric Piquionne mit seinem vierten Saisontreffer alles klar, bevor er vier Minuten vor dem Abpfiff, mit Rot im Gepäck, vorzeitig duschen durfte. St. Etienne verbesserte sich nach dem fünften Saisonsieg auf Rang sechs, während Le Mans zwei Ränge einbüßte und nun Elfter war.

Der FC Toulouse versetzte AS Monaco Trainer Laszlo Bölöni mit dem 3:1 im Stade Louis II den entscheidenden Dolchstoß. Am Montag trennten sich die Verantwortlichen vom Übungsleiter, der die hohen Erwartungen im Fürstentum nicht erfüllen konnte. Mit nur zwei Siegen und dem 19. Tabellenplatz fiel seine Quote denkbar schlecht aus. Dabei begann sein Team nach dem frühen Gegentreffer durch Brayan Bergougnoux (12.) gar nicht so schlecht. Marco Di Vaio glich nur zwei Minuten später aus. Monaco blieb bis zur Halbzeit das bessere Team, umso unverständlicher, warum sich das Bild in den zweiten 45 Minuten so radikal änderte. Die Hausherren boten eine desolate Leistung und verloren nach Treffern von Johan Elmander (83.) und Achille Emana (90.) verdient mit 1:3.

Derweil setzte sich Stade Rennes (Bölönis Vorjahresmannschaft) durch einen 1:0-Erfolg gegen O.G.C. Nizza weiter vom Tabellenende ab. Den Treffer des Tages erzielte Olivier Monterrubio per Elfmeter (57.). Aus den letzten sechs Begegnungen ergatterten die Pierre Dréossi-Mannen elf ihrer zwölf Punkte. Für Nizza hingegen gab es im sechsten Auswärtsspiel die sechste Niederlage.

Ligue 1 - 10. Spieltag

Samstag, 21.10.2006
1:036'
Stadium Lille Métropole (Villeneuve d'Ascq) · Zuschauer: 12600 · Schiedsrichter: Oliver Thual
1:032'
1:140'
2:156'
3:178'
Nuevo Carlos Tartiere (Oviedo) · Zuschauer: 13400 · Schiedsrichter: Tony Chapron
Route de Lorient (Rennes) · Zuschauer: 23000 · Schiedsrichter: Hervé Piccirillo
1:054'
Stade Marcel Picot (Nancy) · Zuschauer: 18200 · Schiedsrichter: Sandryk Biton
0:15'
0:227'
1:265'
2:290'
Louis-Dugauguez · Zuschauer: 12600 · Schiedsrichter: Lionel Jaffredo
2:070'
2:190'
Auguste Bonal (Sochaux) · Zuschauer: 13475 · Schiedsrichter: Stéphane Lannoy
Cerdan (ET)
1:04'
2:068'
Stade Geoffroy Guichard (St. Etienne) · Zuschauer: 28500 · Schiedsrichter: Stéphane Moulin
1:114'
1:283'
1:390'
Stade de Louis II (Monaco) · Zuschauer: 7900 · Schiedsrichter: Fredy Fautrel
Sonntag, 22.10.2006
0:120'
0:248'
1:270'
1:378'
Stade Velodrome (Marseille) · Zuschauer: 57400 · Schiedsrichter: Bertrand Layec
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Ich kann mich an keinen Fußball-Wettbewerb mit belgischer Beteiligung erinnern, für den Belgien nicht als "Geheimfavorit" galt.

— Saša Stanišić