Timo Werner und Dayot Upamecano vor dem Absprung?

von Günther Jakobsen00:24 Uhr | 22.05.2020
RB Leipzig hat sich den letzten Jahren zur dritten Kraft der Deutschen Fußball-Bundesliga aufgeschwungen. Nicht umsonst hat die Mannschaft aus Leipzig in dieser Saison immer wieder die Tabelle angeführt. Mitverantwortlich für diesen Erfolgslauf sind zahlreiche ausgezeichnete Spieler, die nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland auf großes Interesse gestoßen sind. Bestes Beispiel dafür ist der Sturm-Star Timo Werner. Er wird nicht nur vom FC Bayern München, sondern auch von zahlreichen Top-Vereinen aus England gejagt.


Zieht es Werner auf die Insel?


Sollte es tatsächlich zu einem Transfer von Timo Werner in die englische Premiere League kommen, steht ihm ein Wechsel in eine andere Fußballwelt bevor. Mehr Geld, mehr Aufmerksamkeit der Medien und zahlreiche extravagante Mitspieler erwarten ihn. Die Eskapaden der Stars füllen in England ganze Gazetten, jeder Schritt der Ballkünstler wird von den Boulevard-Blättern mit Argusaugen beobachtet und ausführlich dokumentiert. Nicht erst seit Paul Gascoine ist selbst ein neuer Haarschnitt Schlagzeilen wert. Bei solchem öffentlichen Druck ist es kein Wunder, dass die Stars sich nur mit engen Vertrauten umgeben, das gilt sogar dann, wenn es um die eigene Frisur geht. So viel Exaltiertheit ist man aus der Deutschen Fußball-Bundesliga nicht gewohnt, der bodenständige Timo Werner gilt als konservativ und wird schon alleine deshalb wie ein „bunter Hund“ auffallen.



Werner ist nicht nur ein Fixpunkt in der neu aufgebauten Deutschen Fußball-Nationalmannschaft geworden, sondern auch im Blickpunkt zahlreicher Top-Vereine. Zuletzt gab es zwar Gerüchte, dass Bayern München großes Interesse an den Leipziger haben würde, doch diese scheinen sich nun wieder zerschlagen zu haben. Immerhin ist dort noch immer nicht ganz klar, ob Leroy Sané denn nun an die Isar wechselt oder nicht. Das ewige Hin und Her, das seit einem Jahr die Fans in Atem hält, ist noch immer nicht zu Ende. Werner selbst hatte zwar einen Wechsel innerhalb von Deutschland beinahe ausgeschlossen, doch die Vereinsführung von Bayern München scheint davon noch nicht so ganz überzeugt zu sein.



Ganz anders sähe die Lage schon aus, wenn RB Leipzig ein ernsthaftes Angebot aus der englischen Premier League bekommen würde. Der Stürmer-Star hatte immer wieder betont, dass er sich einen Transfer ins Ausland gut vorstellen könne. Glaubt man den letzten Medienberichten, dann hat nicht nur der FC Liverpool von Kulttrainer Jürgen Klopp Interesse, sondern auch Manchester United und der Chelsea FC. Im Hintergrund lauert scheinbar auch noch der FC Barcelona, der sich eine Verpflichtung des Deutschen gut vorstellen könnte.


Gibt es Upamecano jetzt zum Aktionspreis?

Der Abgang von Dayot Upamecano ist ebenfalls seit Monaten ein Thema. Hier widersprechen sich die Meldungen regelmäßig. Zunächst hieß es, der Transfer zum FC Bayern München sei bereits unter Dach und Fach, nun scheint es so zu sein, dass alles wieder offen ist. Im Raum stand eine Ablösesumme von 60 Millionen Euro. Diese soll nun angeblich vom Verein auf 40 Millionen reduziert worden sein. Immerhin läuft der Vertrag von Dayot Upamecano im nächsten Jahr aus, da möchten die Verantwortlichen jetzt noch eine attraktive Ablöse kassieren. Gut möglich, dass es daher doch noch zu einem Transfer nach München kommt. Gleichzeitig melden Medien, dass sich der erfolgreiche Rechtsverteidiger von RB Leipzig nun doch zu einer Vertragsverlängerung hat überreden lassen. Ausschlaggebend dafür soll eine Erhöhung seiner Gage gewesen sein. Wie auch immer, auch in diesem Fall scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen worden zu sein.




Fußball-Mikado allerorts

Der Fußball bleibt in Bewegung, selten war die Zukunft von so vielen zentralen Spielern offen. Bayern München kämpft um neue Verträge seiner Stammspieler Manuel Neuer, Thiago und David Alaba. Jetzt liegt es an der Verhandlungskunst der Verantwortlichen, die zahlreiche Bälle in der Luft haben und danach trachten müssen, diese nicht aus den Augen zu verlieren. Je näher der Sommer rückt, desto stärker gerät das internationale Transfer-Karussell in Bewegung. Noch sind viele Wechsel offen, zahlreiche Klubs haben jedoch bereits ihre Fühler ausgestreckt. Die Fußballer, ihre Berater und die Vereins-Bosse spielen Mikado. Wer sich zuerst bewegt, hat verloren. Doch es kann nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch in Deutschland die Weichen für die nächste Saison gestellt werden.

Als Spieler war er fantastisch, aber gäbe es ihn nur als Trainer, würde ich sagen, dass ich keinen größeren Tölpel gesehen habe. Alle bei Rapid - von der Putzfrau angefangen - atmen auf, dass er verschwunden ist.

— Ladislav Maier, der Torhüter von Rapid Wien, über seinen Ex-Trainer Lothar Matthäus