Wolfsburg beendet Leverkusens Super-Lauf krachend

von Jean-Pascal Ostermeier22:32 Uhr | 26.05.2020
Wolfsburg gewinnt souverän mit 4:1 in Leverkusen
Krachendes Ende der Super-Serie: Bayer Leverkusen hat nach 115 Tagen wieder eine Pleite kassiert und muss um den Einzug in die Champions League bangen. Das Team von Trainer Peter Bosz unterlag dem VfL Wolfsburg nach desolater Leistung überraschend mit 1:4 (0:1) und konnte die Big Points aus dem Duell mit Borussia Mönchengladbach (3:1) nicht veredeln. Zur Qualifikation für die Königsklasse ist die Werkself sechs Spieltage vor Saisonende damit wieder auf Schützenhilfe angewiesen.


Marin Pongracic (43., 75.), Maximilian Arnold mit einem abgefälschten Freistoß (64.) und Renato Steffen (67.) sorgten für die erste Heimpleite der Werkself 2020. Sechs der vergangenen sieben Spiele hatte Bayer gewonnen. Der VfL festigte seinerseits Rang sechs und untermauerte eindrucksvoll seine Europa-League-Ambitionen. Das Tor von Julian Baumgartlinger (85.) änderte daran gar nichts.

Bosz hatte angesichts des gelungenen Re-Starts und des anhaltenden "Flows" der Werkself vor nachlassender Konzentration gewarnt. "Auch wenn wir jetzt Selbstvertrauen haben, wird das Spiel nicht einfacher", sagte der Niederländer. Dies bewahrheitete sich beim ersten Geisterspiel in der BayArena. Zwar hatten die Gastgeber deutliche Ballbesitzvorteile, doch die gefährlichere Mannschaft waren die Gäste.

22

Marin Pongracic
WolfsburgAbwehrKroatien
Zum Profil

Person
Alter
22
Größe
1,90
Gewicht
95
Fuß
R
Saison 2019/2020

Bundesliga

Spiele
11
Tore
2
Vorlagen
-
Karten
4-1


Die "Wölfe" standen sehr kompakt und zogen den Leverkusenern mit geschicktem Mittelfeldpressing den Zahn. Die Bosz-Elf streute ungewohnt viele haarsträubende Fehlpässe in ihr Kombinationsspiel ein und lud den VfL zum Kontern ein. Joao Victor tauchte nach schnellem Umschaltspiel gleich zweimal allein vor Hradecky auf, fand aber jeweils im Finnen seinen Meister (15., 36.).

Bosz versuchte, von außen lautstark auf seine Spieler einzuwirken, doch es half wenig. Nachdem Edmond Tapsoba gleich mehrmals im eigenen Strafraum in höchster Not geklärt hatte, nutzte Pongracic eine perfekte Freistoßflanke des starken Arnold kurz vor der Pause zur Führung.



Die hochgelobte Bayer-Offensive um Topstar Kai Havertz war nahezu abgemeldet. Eine direkte Ecke auf die Latte von Nadiem Amiri (37.) sowie ein Kopfball von Havertz aufs Tornetz (38.) blieben vor dem Wechsel die einzigen Torannäherungen. Auch ein Dreifachwechsel brachte keine Besserung.

Leverkusen kam kaum einmal in die Nähe des Tores von Koen Casteels, während die Niedersachsen ihrerseits weiter äußerst gefährlich konterten. Josip Brekalo (47.) und Steffen (63.) scheiterten zunächst noch im Eins-gegen-eins an Hradecky, ehe den "Wölfen" binnen drei Minuten doch ein Doppelschlag gelang.


Beim Freistoßtreffer von Arnold fälschte Havertz in der Mauer entscheidend ab, kurze Zeit später köpfte Steffen am zweiten Pfosten eine Flanke von Joao Victor unbedrängt ein. Pongracic besorgte mit seinem zweiten Kopfballtreffer nach Arnold-Freistoß schließlich die Entscheidung.

(sid)

Das war seine beste Leistung. So schnell war er im ganzen Turnier nicht.

— Ein belgischer Reporter zum wortlosen Abgang von Lothar Matthäus bei der EM 2000