Frankreich: Aufregung um Torlinientechnik - Phantomtor anerkannt

von Jean-Pascal Ostermeier13:59 Uhr | 17.12.2017
Die Torlinientechnik hatte in Frankreich einen Aussetzer
Aufregung um die Torlinietechnik und ein Phantomtor in Frankreich: Beim Erstligaspiel ES Troyes AC – SC Amiens (1:0) köpften die Gastgeber durch ihren Mittelstürmer Suk Hyun-Jun nach einer Ecke an die Unterkante der Latte. Der Ball prallt zweimal (!) auf. Schiedsrichter Francois Letexier lässt zunächst weiterspielen. Dann vibriert Minuten später seine Armbanduhr, und er entscheidet nachträglich auf Tor.


Amiens hört nach dem Pfiff auf zu spielen, und Bryan Pele markiert ein weiteres Tor. Nach acht (!) Minuten Palaver und Hinzuziehung der Video-Bilder kehrt der Schiedsrichter zu seiner anfänglich richtigen Entscheidung zurück und annulliert deshalb die beiden Tore.

Der deutsche Technikpartner wurde von der Liga für Montag zum Rapport nach Paris einbestellt. Der offizielle Schiedsrichter-Beobachter Paul Declaude beschloss, für die zweite Halbzeit die Torlinientechnik abzuschalten, um nicht weitere Verunsicherung hervorzurufen. Declaude: "Das Problem ist, dass die Ersatzspieler auf der Bank über ihre Handys das Spiel verfolgen konnten und lebhaft protestiert haben."



Trotz alledem will die französische Ligue 1 nach dem Vorbild der Bundesliga statt nur des elektronischen Torrichters zur neuen Saison den Videobeweis einführen. Aber auch das führt bekanntlich nicht unbedingt zu gerechteren Entscheidungen - wie die Bundesliga zeigt.

(sid)

Schiedsrichter Merk hat bisher nur einen Fehler gemacht: Er ist mit einem blauen Trikot auf den Platz. Das sollte man hier in Dortmund lieber nicht tun.

— Michael Meier in Anspielung auf die Rivalität zwischen Dortmund und Schalke