1. Bundesliga

Wolfsburgs Gomez wurmt die Ausbeute: «Einfach nur nach oben»

05.11.2017

VfL Wolfsburg
3:3
Hertha BSC
Mario Gomez ärgerte sich. Aber nur über die Lage des VfL Wolfsburg. Nicht über seine eigenen Probleme. «Es wurmt mich total», sagte der Stürmer über die Punkteausbeute seines Clubs nach dem spektakulären 3:3 gegen Hertha BSC.

Doch Gomez reagierte gelassen, als die Reporter wissen wollten, was er zu seinem verschossenen Elfmeter, dem zweiten in zwei Spielen, zu sagen habe. Oder was er davon halte, dass ihn Bundestrainer Joachim Löw nicht für die anstehenden Länderspiele berücksichtigt hatte.

«Es haben mich schon oft viele abgeschrieben, und ich bin wieder da gewesen», kündigte der 32-Jährige an. Und die Rückrunde werde noch «sehr wichtig», wenn Löw den Kader für die Weltmeisterschaft in Russland im Sommer zusammenstelle.
Elfmeter? Er werde sich auch künftig den Ball nehmen, wenn er sich sicher fühle. «Ich habe ihn nicht geschossen, weil ich eine Torserie brauche», betonte Gomez, der nach dem Fehlschuss seinen ersten Saisontreffer zum zwischenzeitlichen 2:1 erzielte. Gerd Müller, den erfolgreichsten Torschützen der Bundesligageschichte, jage er längst nicht mehr. «Ich will einfach nur, dass wir in der Tabelle nach oben klettern.»

Der VfL steht in der Bundesliga ganz weit unten. Das Remis gegen Berlin war das siebte in Folge, seit neun Ligapartien hat der ambitionierte VW-Club nicht mehr gewonnen. Zuhause noch gar nicht.
Das führte zu dieser Bilanz nach rund einem Drittel der Saison: Elf Spieltage, elf Punkte, ein Sieg, Platz vierzehn. Das ist viel zu wenig für den VfL, der in dieser Saison nicht wieder zittern wollte. Im vergangenen Jahr blieb Wolfsburg nur dank eines knappen Erfolges in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig in Liga eins.

Doch trotz mangelnder Siege tritt Wolfsburg derzeit gut auf. Gegen Berlin erspielte sich der VfL genug Chancen für noch mehr als drei Treffer - auch ohne die verschenkte Strafstoßgelegenheit und zwei Tore, die Schiedsrichter Robert Kampka mit Hilfe des Videobeweises korrekterweise zurücknahm.

Unter seinem neuen Trainer Martin Schmidt zeigen die zahlreichen begabten Offensivprofis wieder ihre Talente. «Wir sind aber noch nicht ganz so weit, solche Spiele, die wir dominant angehen, auch in Siege umzumünzen, weil immer irgendwo ein kleiner Fehler drin ist», analysierte Schmidt. Weiter arbeiten müsse sein Team, dann werde es sich dafür belohnen. Am besten schon direkt nach der Länderspielpause im Heimspiel gegen den schwächelnden SC Freiburg.

«Die Tabelle macht mir im Moment noch nicht Angst, weil ich von unserer Entwicklung getrieben bin», sagte Manager Olaf Rebbe. Und die sei positiv. Zudem verwies er darauf, dass Wolfsburg bislang nur zwei Pleiten einstecken musste: «Bayern München ist die einzige Mannschaft, die weniger verloren hat als wir.»

(dpa)