Niederlage gegen Ronaldo: Für Völler zählt «nur das Derby»

von Marcel Breuer08:22 Uhr | 12.12.2019
Bayer Leverkusen ist aus der Champions League ausgeschieden. Foto: Federico Gambarini/dpa
Leverkusen (dpa) - Rudi Völler gab nach dem Königsklassen-Aus gegen Cristiano Ronaldo und Co. direkt das Motto aus.


«Abhaken. Jetzt gilt nur noch das Derby», sagte der Sportchef von Bayer Leverkusen nach dem abschließenden 0:2 (0:0) gegen Juventus Turin und dachte direkt an das Bundesliga-Spiel beim Nachbarn 1. FC Köln. Das kleine Champions-League-Wunder war für Bayer nach drei Niederlagen zum Auftakt und zwei folgenden Siegen ausgeblieben. Aber ein Sieg hätte wegen des zeitgleichen 2:0 von Atlético Madrid gegen Lok Moskau auch nicht mehr den Achtelfinal-Einzug eingebracht.



Peter Bosz zog derweil das passende Fazit der Leverkusener Champions-League-Saison. «Ein bisschen fehlt. Das hat man auch heute gesehen», sagte der Niederländer. Richtig enttäuscht hatte Bayer nur beim 1:2 gegen Moskau, auch beim 0:3 in Turin waren die Leverkusener chancenlos. Im direkten Vergleich gegen Atlético gab es ein unglückliches 0:1 und ein eigentlich starkes 2:1, bei dem ein spätes Gegentor den direkten Vergleich zerstörte und die Lage für Mittwoch noch aussichtsloser machte. Nach lange Zeit guter Leistung gegen Juve zerstörte das 128. Champions-League-Tor von Ronaldo (75.) endgültig alle Hoffnungen, Gonzalo Higuain schoss das 0:2 (90.+2).



«Wir brauchen solche Spiele auf höchstem Niveau, um uns zu entwickeln. Um bessere Spieler und eine bessere Mannschaft zu werden», sagte Bosz, der mit seinem Team nun voll motiviert die Europa League angeht. «Ich will jedes Spiel gewinnen», sagte er: «Das gilt auch für die Europa League.»

In den drei Spielen bis zur Winterpause will Leverkusen nach zuletzt zwei 2:1-Siegen in München und gegen Schalke nun den Grundstein legen, um auch im nächsten Jahr in der Königsklasse zu spielen. Das Programm erscheint mit Köln, Hertha und Mainz machbar. «Wir haben uns verdient rangekämpft an die Spitze», sagte Völler: «Nun dürfen wir uns von einer Niederlage gegen eine solch starke Mannschaft nicht runterziehen lassen.»


Für das Derby beim FC erwartet Völler einen «offenen Schlagabtausch», obwohl die Kölner derzeit Letzter sind. «Wir wissen alle, dass es bei einem Derby eng zugeht», sagte der Weltmeister von 1990: «Egal, wer oben und wer unten steht.»

Immerhin haben wir die zweite Halbzeit gewonnen.

— Gernot Rohr